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Arbeit und Liebe. Die zwei Schutzpfeiler des Glücks.

Ob im Internet oder in der Buchhandlung, die meistverkauften Bücher sind die über das
„Glück“. Glückweiser, Glückrezepte, Glückskarteien, Glücksmandalas, Glücksregeln,
Glücksgedanken, Glücksfarben (!), Glücksaffirmationen. Auf dem Weg zum Glück und zum
Glücklichsein gibt es für alle Glückssuchende auf dem Markt tausende Seiten über Glück und
Glückfindung zu lesen.

Was macht das Glück aus?
Woran besteht das Glück?
Wie definiert sich das Glück?
Welche sind die Grundlagen des Glücks?

Und ich behaupte hier, ich kann die Fragen nach dem Glück mit nur zwei Wörter
beantworten.

„Lieben und Arbeiten“.

Das ist die geniale Antwort: Sie kommt nicht von mir (obwohl ich auch eine „möchte gern
Geniale“ bin) sondern von Sigmund Freud!

So banal, so einfach, so leicht, schlicht und vor allem klar. So klar, dass ich jedes Mal erstaunt
bin über einerseits die Einfachheit, anderseits die Fülle dieser beiden Wörter:

„Arbeiten und Lieben“.

Was macht uns Glücklich? Arbeiten und Lieben, und zwar die richtige Arbeit arbeiten und die
richtige Person lieben. Von der richtigen Arbeit leben zu können und von der richtigen Person
in der richtigen Art und Weise geliebt zu werden. Das macht uns glücklich.

Was bedeutet die richtige Arbeit zu haben? Es bedeutet, Sinn im Leben zu haben. Es bedeutet,
mit diesem Sinn sich selbst und seine Familie ernähren zu können. Es bedeutet, Lust zu
haben, morgens aufzustehen und zu wissen, warum. Es bedeutet, darin zu fließen und die Zeit
zu vergessen. Es bedeutet, Leichtigkeit zu erleben und nach jeder Anstrengung das Gefühl der
Vollkommenheit und Belohnung zu verspüren. Es bedeutet Selbstentfaltung und
Selbstverwirklichung. Es bedeutet Glück.

Was bedeutet es, mit der richtigen Partner*in zusammen zu sein? Es bedeutet, dass
„zusammen, sind wir stark“. Es bedeutet, egal was da draußen passiert, ich habe immer ein
Zuhause, zu dem ich zurückkehren kann, einen sicheren, verlässlichen Ort. Ich habe
jemanden, der an mich glaubt, der mein besseres „Ich“ sieht, meine Vision teilt, mich
unterstützt und mich verbessert, der sich mit mir über meine Erfolge freut und mich in der
Traurigkeit auffängt. Jemanden, mit dem ich schöne Momente teilen kann und der mir hilft,
die schlechten Zeiten leichter zu ertragen. Jemanden, der mich sieht, mag und begehrt, so wieich bin, und wie ich in meinem Wachstum und meiner Weiterentwicklung sein kann. Und ich
für diesen Mensch genauso. Das bedeutet Glück!


Über den Pap-Test haben Sie bestimmt gehört. Das ist der Test, den alle Frauen nach dem 13.
Lebensjahr jedes Jahr bei ihrer Gynäkolog*in zur Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs
machen lassen.

Der Test Pap heißt so nach seinem Entdecker, dem (griechischen) Arzt Georgios
Papanikolaou. (Neu-) Griechen sind enorm Stolz auf diese Entdeckung, die sie als kollektives
Erbe feiern, ähnlich wie Demokratie oder Philosophie. Aber zurück zum Papanikolaou und
zurück zum ersten Satz, den möchte ich gerne verbessern. Der Test Pap wird nach seinem
Entdecker, dem (griechischen) Arzt Georgios Papanikolaou und seiner Forschungskollegin
und Ehefrau Andromachi Papanikolaou benannt. Warum erzähle ich diese Geschichte? Gleich
verstehen Sie es.

Georgios Papanikolaou wurde 1883 auf der Insel Kymi in Griechenland geboren. Er stammte
aus einem wohlhabenden Arzt- und Politikerhaus; sein Vater war Arzt und Politiker. Er
studierte selbst Medizin, doch seine Familie wünschte, er würde Militärarzt. Er war jedoch
hochgradig vielseitig: Er vertiefte sich in Philosophie, besonders Nietzsche, Schopenhauer
und Kant, spielte leidenschaftlich Geige und träumte eine Zeitlang von einer Musikerkarriere.
Alles änderte sich, als er um 1910 seine Berufung in der medizinischen Forschung aufspürte.
Zu dieser Zeit lernte er Andromachi Mavrogeni kennen, eine gebildete, charismatische junge
Frau aus einflussreicher Familie. Sie verliebten sich und heirateten kurz darauf.

Und jetzt kommt der springende Wendepunkt dieser Geschichte: Dieses junge Paar, das sich
verliebte und schnell heiratete, hatte alle Voraussetzungen für ein erfülltes beschwerdefreies
Leben in Athen. Beide stammten aus reichen, gebildeten Familien, waren intelligent, studiert
und konnten Wohlstand sowie soziale Anerkennung in der Athener Gesellschaft erwarten.
Doch sie folgten ihrem Berufstraum und wanderten 1913 nach Amerika aus. In Athen galt
Forschung damals als Hokuspokus; Forscher wurden im besten Fall als Lebenskünstler
betrachtet, im schlimmsten als Nichtstuer. Ohne fließendes Englisch und mit nur 250 Dollar
emigrierten sie, gaben Komfort, Status, Abendgesellschaften auf und bestritten die ersten
Jahre im Ausland mit Gelegenheitsjobs. Zusammen sind wir stark!

Georgios berichtet später schriftlich von seiner Auswanderungserfahrung:

„Ich verließ Griechenland mit gebrochenen Flügeln und dachte, ich könnte nie wieder fliegen.
Alle um mich herum betrachteten mich als einen gescheiterten Idealisten, und nach und nach
begann ich selbst daran zu glauben … Zum Glück fand ich hier andere Menschen, eine andere
Welt, Menschen mit weiter gefassten Ideen, edleren Gefühlen und höheren Idealen, und ich
konnte wieder meinen Weg finden. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich sagen, dass
ich zufrieden bin. Um mich herum ist Leben, das nach vorne in die Zukunft blickt und nicht
zurück in die Vergangenheit.
Griechenland ist ein riesiger Friedhof, auf dem die steinernen Statuen der antiken Weisen
aufgestellt sind. Rückwärts, rückwärts, rückwärts. Forschung ist die Seele des Fortschritts.
Wenn ich einem Amerikaner oder Europäer sage, dass ich Wissenschaftler bin und nichts
anderes tue, als zu forschen, betrachtet er mich nicht nur als nützliches Mitglied der
Gesellschaft, sondern als etwas Höheres als gewöhnliche Menschen. Der Grieche hingegen
hält mich für ein nutzloses Wesen – und nicht nur nutzlos, sondern sogar gefährlich, wie eine
Art Wahnsinnigen, der in seinem Friedhof von einer Manie befallen wurde (…)“

Das Ende der Geschichte war schon am Anfang angedeutet: Georgios schaffte als
medizinischer Forscher in Amerika den Durchbruch. Andromachi arbeitete als Laborantin an
seiner Seite und setzte dies Jahre nach seinem Tod fort, bis sie am 13. Oktober 1982 im Alter
von 92 Jahren starb. Sie unterstützte die Krebsforschung bis dahin.

Was will ich mit dieser Geschichte teilen?

Georgios und Andromachi Papanikolaou verliebten sich ineinander. Sie bewunderten,
respektierten, vertrauten und liebten sich gegenseitig. Zusammen waren sie stark; zusammen
wagten sie den Sprung ins kalte Wasser und folgten ihrer Berufung als Forscher. Sie flossen
in ihre Bindung ein, in ihre Beziehung und in ihre Arbeit. Lieben und Arbeiten! Arbeiten und
Lieben. Darauf beruht das Glück!

Quellen im Internet über Georgios und Andromache Papanikolaou

Quellen im Internet über Georgios und Andromache Papanikolaou mit Photos von den Beiden

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